Schmalgangstapler

Schmalgangstapler

Schmalgangstapler sind für sehr enge Regalbereiche gebaut. Ziel: maximale Lagerdichte bei sicherer Ein- und Auslagerung in großen Höhen. Im Alltag läuft das meist über Führungssysteme (Schiene oder Induktion), klare Fahrregeln und saubere Abläufe im Gang.

Wofür ist ein Schmalgangstapler gedacht?

Typische Einsätze:

  • Hochregallager mit Schmalgängen (VNA-Bereich)

  • Ein- und Auslagerung auf große Hubhöhen

  • Hoher Durchsatz bei klar geregelten Verkehrswegen

  • Arbeiten mit Paletten, teils auch mit Doppel-/Dreifachtief (je nach Anlage)

Kurz gesagt: Wenn der Gang so schmal ist, dass ein Schubmast nicht mehr sinnvoll fährt, kommt Schmalgang.

Was ist anders als bei Frontstapler/Schubmast?

  • Fahren im Gang meist geführt: Schiene oder Induktivführung hält die Spur.

  • Sehr viel Arbeit passiert auf Höhe: Resttragfähigkeit, Mastschwingungen und sauberes Positionieren sind entscheidend.

  • Je nach Bauart:

    • Man-down: Fahrer bleibt unten, Last wird auf Höhe bewegt.

    • Man-up: Fahrer fährt mit hoch (bessere Sicht/Kommissionieren möglich).

Stärken

  • Maximale Raumausnutzung durch schmale Gänge

  • Präzises Ein-/Auslagern auf großer Höhe

  • Hohe Effizienz bei wiederholten Lagerbewegungen im Systembetrieb

Grenzen (die du im Betrieb spürst)

  • Nicht „mal eben“ flexibel in andere Bereiche wechseln (meist festes Schmalgang-System)

  • Unsaubere Paletten/krumme Ladung rächen sich schneller (Klemmen, Schiefstand, Anfahrkontakt)

  • Störanfällig, wenn Boden/Schienen/Führung nicht in Ordnung sind

  • Hohe Anforderungen an Verkehrsregelung: wer wann in den Gang darf, muss klar sein

Sicherheit im Schmalgang: worauf es wirklich ankommt

  • Gangfreigabe: Im Schmalgang hat Fußverkehr nichts zu suchen. Zutritt nur nach Betriebsregel.

  • Last und Palette prüfen: schiefe Palette, defekte Bretter, lose Folie → auf Höhe wird daraus ein Problem.

  • Resttragfähigkeit beachten: Auf Höhe sinkt die Reserve. Lastdiagramm/Tragfähigkeitsschild ist Pflichtwissen.

  • Ruhig arbeiten: Hektik macht Mastschwingungen, schlechte Positionierung und Kontakt am Regal wahrscheinlicher.

  • Keine Improvisation: Einweiser, Sperrregeln, Not-Aus/Notablass – so nutzen, wie vorgegeben.

Praxis-Tipps für Fahrer

  • Vor dem Anheben: Gabel sauber zentrieren, Last gerade aufnehmen.

  • Auf Höhe: lieber kurz stabilisieren lassen als „gegen die Schwingung arbeiten“.

  • Bei schlechter Sicht: Position neu anfahren statt „blind“ final korrigieren.

  • Bei Auffälligkeiten (Schiene/Führung/Regal beschädigt, ungewöhnliche Geräusche, Laufprobleme): stoppen und melden.

Kurz-Check: tägliche Punkte, die du nicht überspringen solltest

  • Sichtprüfung am Gerät (Gabeln, Mast, Ketten/Schläuche, Räder, Warnsignal)

  • Führung: Schiene/Induktion (wenn sichtbar) auf offensichtliche Schäden/Blockaden achten

  • Batterie/Ladezustand (bei Elektro) und sichere Anschlüsse

  • Funktionstest: Heben/Senken, Seitenschub/Drehkopf (falls vorhanden), Not-Aus nach Vorgabe

Häufige Fehler (die im Schmalgang schnell teuer werden)

  • Schief aufgenommene Palette „wird schon gehen“ → auf Höhe klemmt es oder es kommt zum Kontakt am Regal

  • Zu schnelle Korrekturen am Regal → Anfahrkontakt, Regal/Last beschädigt

  • Resttragfähigkeit ignoriert → Instabilität, gefährliche Situationen

  • Gangregeln nicht sauber eingehalten → Personen-/Fahrzeugkonflikte